Etappen

Die Route

Torgau

Torgau war in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit seinem Residenzschloss Hartenfels das politische Zentrum Sachsens und der Reformation. Torgau wird deshalb auch als „Amme der Reformation“ bezeichnet. Mehr als 40 Aufenthalte von Martin Luther sind historisch belegt. In Torgau erarbeiteten im Jahre 1530 die Reformatoren Luther, Melanchthon, Jonas und Bugenhagen die Torgauer Artikel, die als Grundlage der Augsburger Konfession dienten.

  • Im Schloss Hartenfels gibt es eine Dauerausstellung zur Reformationsgeschichte zu sehen. Die Schlosskapelle von Schloss Hartenfells wurde im Jahr 1544 noch von Luther selbst eingeweiht. Mit dem Bau der Schlosskapelle bekannte sich mit Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige ein deutscher Renaissancefürst zum Protestantismus.
  • Gedenkstätte Katharina-Luther-Stube (Katharinenstr. 11). Das Renaissance-Wohnhaus wurde 1552 zum Krankenlager und Sterbehaus von Katharina Luther.
  • Die Stadtkirche St. Marien berherbergt das Grab und die Grabplatte von Katharina Luther, geb. von Bora; die Altartafel „Die vierzehn Nothelfer“ von Lucas Cranach d.Ä. ist ein Frühwerk des Malers.
  • Spalatinhaus (Katharinenstr. 8), Ausstellung „Klang & Glaube – Johann Walter und Georg Spalatin im Priesterhaus“. Magister Georg Spalatin, Mittler und Förderer der Reformation, wirkte seit 1508 am Torgauer Hof. Spalatin gehörte als Freund Martin Luthers und dessen Vermittler zum Kurfürsten zu den wichtigsten Förderern der lutherischen Reformation. Die Spalatin-Stadt Altenburg nennt ihn den „Steuermann“ der Reformation. Der „Ur-Kantor“ Johann Walter gilt als Begründer der evangelischen Kirchenmusik.

 
Lutherstadt Wittenberg

Wittenberg gilt als „Mutter der Reformation“. Hier wirkten Martin Luther, Philipp Melanchton, Johannes Bugenhagen und Lucas Cranach d.Ä. und Lucas Cranach d.J. Zahlreiche Gedenkstätten und Denkmäler zeugen von der Reformationsgeschichte.

  • Lutherhaus (UNESCO-Welterbe) im ehemaligen Augustinerkloster, Museum zur Geschichte der Reformation
  • Melanchthonhaus (UNESCO-Welterbe)
  • Cranach-Höfe (Schlossstr. 1 und Markt 4)
  • Bugenhagen-Haus, ältestes evangelisches Pfarrhaus der Welt. Johannes Bugenhagen, seit 1535 Professor in Wittenberg, gilt als der Organisator der Reformation. Er ordnete das Kirchen- und Schulwesen in Braunschweig, Hamburg, Lübeck, Pommern, Dänemark, Holstein, Braunschweig-Wolfenbüttel und Hildesheim. Er war Beichtvater und Mitarbeiter Luthers, traute ihn mit Katharina von Bora und hielt die Ansprache bei Luthers Beerdigung.
  • Stadtkirche St. Marien (Predigtkirche Luthers) mit dem berühmten Reformationsaltar aus der Cranach-Werkstatt. Im Altarraum hängt auch das Epitaph für Paul Eber und seine Familie „Die Arbeiter im Weinberg des Herrn“ von Lucas Cranach d.J. und Werkstatt.
  • An der Fassade von St. Marien befindet sich die sog. „Judensau“ (um 1300), ein mittelalterliches Spottbild, dass der Verleumdung der Juden galt. Es ist heute „Erinnerungs- und Mahnzeichen“. Im Jahr 1988 wurde am Boden unterhalb des Steinreliefs ein Holocaust-Mahnmal eingeweiht.
  • Schlosskirche; bronzene Tür mit den 95 Thesen Martin Luthers; Grabstätte Luthers und Melanchthons; Grablege für die Herzöge von Sachsen-Wittenberg, u.a. für Friedrich III., genannt der Weise.
  • Luther- und Melanchthon-Denkmal auf dem Marktplatz
  • Panoramabild „Luther 1517“ (temporäre Installation anlässlich des Lutherjubiläums im Jahr 2017)
  • Augusteum, Ausstellung „Luther! 95 Menschen – 95 Schätze“ (Mai-November 2017)
  • Weltausstellung der Reformation „Erlebnisraum Reformation“ (Mai-September 2017)

 
Dessau-Roßlau

Die ehemalige anhaltische Residenzstadt Dessau spielte unter Fürst Georg III. von Anhalt eine wichtige Rolle für die Ausbreitung des Protestantismus und des reformierten Glaubens. Das Epitaph für Fürst Joachim von Anhalt („Dessauer Abendmahl“) von Lukas Cranach d.J. in der Johanniskirche ist eines der bedeutendsten Bildschöpfungen der Reformationsgeschichte.

  • Johanniskirche mit drei Cranach-Gemälden, darunter das berühmte „Dessauer Abendmahl“ (1565) von Lukas Cranach d.J., das die Konterfeis der wichtigsten mitteldeutschen Reformatoren und Mitglieder des Fürstenhauses Anhalt zeigt. Im Chorraum hängen außerdem die Altarbilder „Christus am Ölberg“ (1561), ebenfalls von Cranach d.J. und die „Kreuzigung“ von Cranach d.Ä. (1523).

 

 

Köthen

In der Kirche St. Agnus hängt das Abendmahlbild von Lucas Cranach d.J., eine Replik des motivgleichen Bildes in Dessau-Roßlau (Epitaph für Fürst Joachim von Anhalt, 1565). An der Köthener Kirche St. Agnus wirkte von 1717 bis 1723 der Hofkapellmeister Johann Sebastian Bach. Als musikalischer Prediger im Geiste der Reformation hat Bach viele Luther-Lieder vertont. Ein Bachdenkmal auf dem Bach-Platz erinnert an den großen Komponisten. Sehenswert ist nicht zuletzt die Köthener Schlossanlage.

 

Lutherstadt Eisleben

Eisleben ist die Geburtsstadt Martin Luthers und hier ist er auch gestorben. Eisleben, seinerzeit die bedeutendste Stadt in der Grafschaft Mansfeld, gelangte durch den Abbau und die Verhüttung von Kupferschiefer zu Wohlstand. Auch Luthers Vater verdiente in Eisleben als Bergmann sein Geld. Als Martin Luther ein knappes Jahr alt war, zog die Familie ins wenige Kilometer entfernte Mansfeld, wo es sein Vater zum erfolgreichen Hüttenbesitzer und Ratsherren brachte. Auch Mansfeld Lutherstadt beherbergt heute ein Luthermuseum zum Alltag der Familie Luder, so der ursprüngliche Familienname.

  • Geburts- und Sterbehaus, Gedenkstätten (UNESCO-Welterbe)
  • Luther-Denkmal auf dem Marktplatz
  • St. Petri-Pauli, Taufkirche von Luther. Im Jahr 2014 wurde dort das „Zentrum Taufe“ eingerichtet, um die Bedeutung der Taufe nach der Lehre Luthers hervorzuheben. Das in den Boden eingelassene Taufbecken, das auch die Ganzkörpertaufe in der Tradition von Johannes dem Täufer ermöglicht, dürfte das schönste seiner Art in Deutschland sein.
  • Andreaskirche, wo Luther seine letzten Predigten hielt (Luther-Kanzel). Dort war Luther auch aufgebahrt, bevor er nach Wittenberg überführt wurde.


Allstedt

Die Stadt erhielt ihre reformationsgeschichtliche Bedeutung vor allem als Wirkungsort des Theologen und Reformators Thomas Müntzer. Am 13. Juli 1524 hielt Thomas Müntzer hier vor Herzog Johann dem Beständigen und dessen Sohn Johann Friedrich seine Predigt „Auslegung des andern Unterschieds Danielis des Propheten“, die als Fürstenpredigt in die Geschichte einging. 1523/24 war Thomas Müntzer Pfarrer der Stadtpfarrkirche St. Johannis. Als erster unter den Reformatoren überhaupt hielt er hier einen Gottesdienst in deutscher Sprache und schuf eine Gottesdienstordnung für den Alltag (Evangelisches Kirchenamt) und die Sonn- und Feiertage (Deutsch-Evangelische Messe).

  • Thomas-Müntzer-Gedenkstätte im Schloss
  • Seit November 2015 gibt es den Allstedter Thomas-Müntzer-Weg mit 4 Stationen: Burg & Schloss, St. Wigbertikirche, Altes Rathaus, St. Johanniskirche.

 

 

Weimar

Die Stadt Weimar steht nicht nur für die Dichterfürsten Goethe und Schiller. Martin Luther weilte häufig in der Stadt und predigte hier; Quartier nahm er u.a. im Franziskanerkloster am Palais (Gedenktafel). Weimar gehörte seit der wettinischen Landesteilung von 1485 zum Territorium der Ernestiner. Unter Herzog Johann dem Beständigen setzte sich die Reformation hier schnell durch. Nach der Freilassung aus fünf Jahren kaiserlicher Gefangenschaft im Jahr 1552 wählte Johann Friedrich I. von Sachsen, auch Friedrich der Großmütige genannt, Weimar zur neuen Residenz der Ernestiner. Friedrich war zusammen mit seinen Verbündeten im Schmalkaldischen Krieg in der Schlacht bei Mühlberg (1547) von den Truppen Kaiser Karl V. besiegt worden. Mit Friedrich kam auch Lucas Cranach d.Ä. nach Weimar.

  • In der Stadtkirche St. Peter und Paul (Herder-Kirche) kann ein weiteres Hauptwerk für die bildliche Darstellung der lutherischen Lehre und nicht zuletzt eines der Hauptwerke der deutschen Kunst des 16. Jahrhunderts betrachtet werden, das Epitaph für Johann Friedrich I. von Sachsen und seine Gemahlin Sibylle von Cleve. Der Dreiflügelaltar von 1555 stammt von Lucas Cranach d.J.; dessen Vater, Lucas Cranach d.Ä., war wohl bei den Vorbereitungen beteiligt. Außerdem beherbergt die Kirche das sog. Luther-Triptychon (1572) und die Grabplatte von Lucas Cranach d.Ä.
  • Johann Friedrich I. von Sachsen, auch Friedrich der Großmütige genannt, der Gönner Martin Luthers und Unterstützer der Reformation, ist an der Seite seiner Gemahlin Sibylle in der Stadtkirche in Weimar bestattet.

  • Cranach-Haus am Markplatz, eines der schönsten Renaissancebauten in Thüringen. In diesem Haus seines Schwiegersohnes verbrachte Lucas Cranach d.Ä. sein letztes Lebensjahr.
  • Stadtschloss, Cranach-Galerie
  • Weitere Zeugnisse der reformatorischen Bewegung befinden sich im Thüringischen Haupt­staatsarchiv (Briefbestände Luthers und seiner Mitstreiter) und in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek (Kunstsammlungen der Klassik Stiftung Weimar). Seit 1883, dem 400. Geburtstag Martin Luthers, erscheint hier die Kritische Gesamt­ausgabe seiner Werke („Weimarer Ausgabe“, bisher 117 Bände).

 

 

Erfurt

Martin Luther verbrachte von 1501 bis 1511 seine Jugendjahre in Erfurt. Zunächst nahm er ein Jurastudium an der Erfurter Universität auf, trat jedoch 1505 dem Orden der Augustiner-Eremiten bei. 1507 wurde der Augustinermönch im Erfurter Dom zum Priester geweiht und begann ein Theologiestudium. Später kehrte er des Öfteren nach Erfurt zurück und predigte hier u.a. in der Michaeliskirche (Universitätskirche). Luthers Eintritt ins Kloster markiert eine der folgenreichsten Wandlungen in der Kirchengeschichte.

  • Augustinerkloster (Dauerausstellung: Bibel-Kloster-Luther)
  • Domberg mit Dom St. Marien und Pfarrkirche St. Severi; der Dom ist heute Bischofskirche der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
  • Luther-Denkmal vor der Kaufmannskirche; an der äußeren Kirchenmauer in einer steinernen Kreuzform die Inschrift: „Am 22. Oktober 1522 predigte in der Kaufmannskirche Martin Luther vom Kreuz und Leiden eines rechten Christenmenschen -1917-„.
  • Michaeliskirche; Martin Luther besuchte während seiner Studienjahre regelmäßig die Messen in der Michaeliskirche, später predigte er auch hier. Luthers Freund und Mitstreiter, Johannes Lang, der Reformator Erfurts, predigte ab 1530 in der Michaeliskirche. 1548 wurde er hier begraben.
  • Andreaskirche (Lutherplatte)
  • Collegium Maius (Hauptsitz der Erfurter Universität), Luther schloss hier 1505 das Grundstudium der Sieben Freien Künste als Magister ab.

 

Gotha

Auch die ehemalige Residenzstadt Gotha des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg ist mit der Geschichte der Reformation verbunden. Martin Luther hielt sich mehrere Male in Gotha auf und predigte hier. Der Pfarrer der Margaretenkirche, Johann Langenhan, führte die neue reformatorische Lehre in Gotha ein. Wenige Monate nach dem so genannten Gothaer Pfaffensturm, der sich auch gegen die herrschenden Verhältnisse in den zahlreichen Klöstern richtete, wurde Friedrich Myconius im August 1524 als erster evangelischer Pfarrer nach Gotha berufen. Der eng mit Luther befreundete Myconius wurde zu einer zentralen Figur für die weitere Verbreitung der Reformation in Thüringen.

  • Zahlreiche Werke der Malerfamilie Cranach in den Museen auf Schloss Friedenstein, der größten frühbarocken Schlossanlage Deutschlands,
  • Cranach-Haus. Das ursprüngliche Gebäude am Hauptmarkt 17 brannte im 17. Jahrhundert ab und wurde unter Verwendung älterer Teile, wie etwa des Familienwappens der Cranachs, erneut aufgebaut.

 

Eisenach

Von 1498 bis 1501 besuchte Martin Luther die Lateinschule in Eisenach und lebte im Haus der Patrizierfamilie Cotta, dem heutigen Lutherhaus – eines der ältesten Fachwerkhäuser Eisenachs. Von Mai 1521 bis März 1522 inkognito als „Junker Jörg“ auf der Wartburg lebend, übersetzte der von Papst und Kaiser geächtete Luther das Neue Testament nach der griechischen Urfassung des Erasmus von Rotterdam ins Deutsche. Die erste Auflage des von Luther übersetzten Neuen Testaments erschien im September 1522, die vollständige Bibel erstmalig 1534. Mit der „Luther-Bibel“ wurde der Grundstein für eine einheitliche deutsche Schriftsprache gelegt. Die neue Technik des Buchdrucks verhalf Luthers Bibelübersetzung und seinen Schriften zu einer schnellen Verbreitung.

  • Wartburg (UNESCO-Welterbe). Mit der authentischen Lutherstube ist die Wartburg die meistbesuchte Luther-Gedenkstätte weltweit.
  • Lutherhaus mit Luthergedenkstätte (europäische Kulturerbe-Stätte)
  • Luther-Denkmal auf dem Karlsplatz
  • Stadtkirche St. Georg, Luther war hier Chorknabe, später predigte er mehrfach hier. Nach der Zerstörung während des Bauernkrieges wurde St. Georg 1560 als erste protestantische Kirche in Thüringen wieder eingeweiht. In der Kirche befindet sich die Grabplatte des Nikolaus von Amsdorf, dem Freund und Mitstreiter von Luther. Er begleitete Luther zum Reichstag von Worms 1521 und beteiligte sich an der Bibelübersetzung des Reformators. Amsdorf war der erste evangelische Bischof der lutherischen Kirche (in Naumburg), ein Meilenstein für den aufstrebenden Protestantismus. Seit 1939 steht in der Vorhalle ein Standbild Johann Sebastian Bachs, der hier getauft wurde.
  • Geburtsort von Johann Sebastian Bach, Bachhaus

 

 

Mühlhausen / Thüringen

Mühlhausen ist die Wirkungsstätte der Reformatoren Thomas Müntzer und des ehemaligen Zisterziensermönchs Heinrich Pfeiffer und damit einer der zentralen Orte der Reformation in Mitteldeutschland. Die Stadtverordnetenversammlung von Mühlhausen strich im Jahr 1991 den Beinamen „Thomas-Müntzer-Stadt“ aus dem Stadtnamen; als offizielle Bezeichnung legte sie Mühlhausen/Thüringen fest. Ganz offensichtlich passte der Revolutionär Müntzer nicht in das Geschichtsbild des wiedervereinigten Deutschland. Auch im Lutherjahr 2017 ist auffällig wenig von dem Reformator Thomas Müntzer die Rede gewesen.

  • Marienkirche (mit Gedenkstätte Thomas Müntzers). Nach der Schlacht im thüringischen Frankenhausen – etwa 6.000 Bauern standen einer Überzahl besser ausgerüsteter Soldaten der Fürsten und Herzöge chancenlos gegenüber – und der Niederlage der Bauern wurde ihr Anführer Thomas Müntzer unweit von Mühlhausen hingerichtet.
  • Museum Deutscher Bauernkrieg in der Kornmarktkirche (ehemaliges Franziskanerkloster)
  • Thomas-Müntzer-Denkmal am Frauentor
  • Heinrich-Pfeiffer-Denkmal an der Allerheiligenkirche
  • Pfarrkirche Divi Blasii mit einem Denkmal für Johann Sebastian Bach. Dieser wirkte hier von 1707 bis 1708. In St. Marien erklang zum ersten Mal die Ratswahlkantate des jungen Bach.

 

 

Bad Frankenhausen

Panorama Museum, die „Sixtina des Nordens“. Das Bauernkriegspanorama „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ wurde von der DDR zum Gedenken an den Deutschen Bauernkrieg und den Bauernführer Thomas Müntzer in Auftrag gegeben und 1987 eingeweiht. Das allegorische Monumentalbild, das mit seinen geschätzten 2500 Figuren zu den größten Tafelbildern der Welt gehört, stammt von dem Leipziger Maler Werner Tübke. Tübke bezeichnete u.a. Albrecht Dürer und Lucas Cranach d.Ä. als seine künstlerischen Vorbilder. Martin Luther ist doppelköpfig dargestellt, als Anspielung auf seinen „Verrat“ an den aufständischen Bauern.

 

 

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Die hier vorgestellte Route trifft notwendigerweise eine Auswahl reformationsgeschichtlicher Erinnerungsorte. Wer mehr Zeit zu einer historischen Spurensuche hat, dem seien weitere Wegmarken der Reformation in Mitteldeutschland genannt:

Sachsen

Grimma (Klosterruine Nimbschen, Katharina von Bora lebte hier bis zu ihrer Flucht im Zisterzienserinnenkloster Marienthron)

 

Leipzig (1519 Leipziger Disputation zwischen Martin Luther und Johannes Eck)

 

Zwickau (St. Katharinenkirche und das Kalandretabel aus der Cranach-Werkstatt, „Zwickauer Propheten“, Thomas-Müntzer-Denkmal)

Sachsen-Anhalt

Magdeburg (Schulzeit Luthers, später predigte Luther wiederholt in Magdeburg, Luther-Denkmal an der Johanniskirche)

Zerbst (Die erste Stadt in Anhalt, die sich dem neuen Glauben anschloss, war Zerbst.)

Stolberg im Harz (Geburtsort Thomas Müntzers, Müntzer-Denkmal vor dem Rathaus)

Halle an der Saale, auch die „Wiege der Reformation“ genannt. (In Halle residierte Luthers größter Gegenspieler Kardinal Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Magdeburg und Mainz. In der heute evangelischen Marienkirche steht ein Hochaltar aus der Cranach-Werkstatt (1529). Mit dem Marienretabel setzte der Stifter, Kardinal Albrecht von Brandenburg, ein klares gegenreformatorisches Zeichen. Gegen die Überhöhung der Maria als Himmelskönigin hatte sich Martin Luther strikt verwahrt. Luther hat dreimal in der Kirche gepredigt und er wurde hier nach seinem Tod im Jahr 1546 aufgebahrt. Auf dem Hallmarkt befindet sich der Göbel-Brunnen u.a. mit der Darstellung von Kardinal Albrecht und seiner Mätresse. – 1698 gründete der Pfarrer und Universitätsprofessor August Hermann Francke eine Schulstadt vor den Toren der Stadt, die heutigen Franckeschen Stiftungen zu Halle. Die Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen griffen die pädagogischen Impulse der Reformation auf und verbreiteten den Halleschen Pietismus weltweit.)

 

Mansfeld Lutherstadt (Museum Luthers Elternhaus, Lutherbrunnen)

Naumburg (Nikolaus von Amsdorf erster evangelischer Bischof, „Naumburger Bischofsexperiment“, Nikolaus Medler)

 

Thüringen

Schmalkalden (Im Lutherhaus wird die Dauer-Ausstellung „Mit dem Glauben Staat machen – Landgraf Philipp der Großmütige 1504-1567“ gezeigt. Die Dauerausstellung des Schlossmuseums Wilhelmsburg widmet sich auch der Reformation, Martin Luther und dem Schmalkaldischen Bund.)

Altenburg (Georg Spalatin „Steuermann der Reformation“)

Neustadt an der Orla (Lutherhaus, Altar aus der Werkstatt von Lucas Cranach d.Ä. in der Stadtkirche)

Nordhausen (Kirche St. Blasii, Epitaph für Michael Meyenburg von Lucas Cranach d.J. Das Gemälde aus dem Jahr 1558 gilt als eines der Hauptwerke des Meisters)

 

Brandenburg

Jüterbog („Tetzelkasten“ in der Nikolaikirche, Luther-Tetzel-Radweg im Fläming)

Mühlberg an der Elbe (Museum „Mühlberg 1547“ in der Klosterpropstei)

Bayern

Wer im Bundesland Bayern auf eine reformationsgeschichtliche Spurensuche gehen will, dem sei dieser Radführer empfohlen: Radrunde Allgäu Bayerisch-Schwaben. Auf den Spuren der Reformation, hrsg. v. Michael Grabow, Augsburg 2016.